CHRISTOPHBORNEWASSER

Diplom-Psychologe - Fotografie - Erwachsenenbildung - Märchenerzähler

Megalithen

Megalithen

Große Steine

Megalithen faszinieren mich schon eine ganze Weile. Manchmal hat es etwas von Geo-Caching einige Gräber oder Monumente zu finden. Manchmal sind sie so schwer beschädigt, dass es ein Jammer ist, sie zu sehen. Manchmal aber ist es ein unglaublicher Eindruck. Immer aber sind sie für mich ein Inspiration und ein Rätsel.

Wappenstein

Megalithkultur

Megalithische Bauwerke in Europa, Nordafrika und Vorderasien (gelb). Vgl. Wikipedia Megalithkultur.
Megalith - altgriechisch μέγας (mégas) „groß“ und λίϑος (líthos) „Stein“ bedeutet einfach großer Stein. Die ersten wurden um ca. 5000 v. Chr. in Spanien errichtet und breiteten sich von dort entlang der Atlantikküste und dem Mittelmeer aus (gelbe Bereiche der Karte). Es war keine homogene Kultur, aber es darf eine wechselseitige Beeinflussung miteinander kommunizierender Kulturräume unterstellt werden. (Siehe auch Wikipedia Megalithkultur.)
In unserer Gegend in Norddeutschland erbaute die Trichterbecherkultur - benannt nach der Form der Tongefäße - diese Bauwerke vor 4000 bis 5000 Jahren. Es waren die ersten Bauern in diesem Teil der Welt. Die Bauten sind wohl Gräber, wohl auch Landmarken, die Menschen und Orte binden, gelegentlich aber auch zur Beobachtung der Sterne und Sonne und Mond. In anderen Gegenden gibt es zudem Steinalleen, -kreise oder andere Bauwerke - teils früher, teils später errichtet.

Avebury, Wiltshire, England Baurnadomeeny - Dermot and Grainna's Bed, Irland Carnac - Alignements de Kermario, Bretagne, Frankreich Carrowkeel - Grab K, Irland Carrowmore Megalithic Cementry - Grab 7, Irland Chun Quoit, Cornwall, England D 8 - Anloo-Noord, Drente, Niederlande D21 - Bronneger-West, Drente, Niederlande Großenhain Dansenstein, Deutschland Hammah 3, Deutschland Horster Sonnenstein, Ostfriesland, Deutschland Kerbalannec Allee couverte - Cornouaille, Bretagne, Frankreich Lamstedt Steenaben, Deutschland Lindern - Hünensteine Herrensand, Deutschland Mên an Tol, Cornwall, England Osnabrück Haste - Karlsteine, Deutschland

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Megalithen - Karlsteine bei Osnabrück-Haste (Blog)

Megalithen - Karlsteine bei Osnabrück-Haste

Eine alte Sage berichtet, dass hoch auf dem Piesberg, im Hone (Hain) nördlich von Osnabrück Haste, die alten Sachsen auf einem großen Altar Menschenopfer darbrachten. Karl der Große zog durch die Lande und wollte dem heidnischen Treiben ein Ende machen und die Sachsen zum Christentum bekehren. Der Sachsenfürst Widukind verlangte von ihm ein Zeichen, dass der neue Gott mächtig sei, mächtiger als die Götter der Sachsen. Da ging Karl hin und berührte mit seiner Reitgerte den Altar auf dem Piesberg. Die Altarplatte zerbrach und das Heiligtum war zerstört. Am Fuße des Berges errichtete man ein Kreuz und feierte die erste heilige Messe in dieser Region.

Karlsteine
Karlsteine

Betrachtet man die eindrucksvollen Deckplatten, so wirken diese wirklich so, als wären sie einst eine riesige Platte gewesen, die zerbrochen ist. Aber wahrscheinlich haben die Sachsen hier ihren Göttern keine Opfer dargebracht. Zumindest war es kein germanischer Altar. Es ist ein megalithisches Grab der Trichterbecherkultur, errichtet zwischen 3500 und 2800 v. Chr. Als Karl der Große die Sachsen "bekehrte", d.h. mit Krieg überzog, am Ende besiegte und unter Zwang taufte, da waren diese Gräber schon stumme Zeugen einer vor Ewigkeiten versunkenen Kultur. Etwa so alt, wie aus heutiger Sicht die ägyptischen Pyramiden.

In der Region Osnabrück gibt eine gute Anzahl von Gräbern, einige direkt in der Stadt, einige abgelegen in Wäldern. Sie sind die sichtbaren Spuren der ältesten Bauwerk menschlicher Besiedlung in dieser Region, rund 5000 Jahre alt. Dafür werden sie recht stiefmütterlich behandelt. Viele sind überwuchert von Unkraut und mit Farbe verschmiert. In einem Gartencenter - gut einen Kilometer von den Karlsteinen entfernt - frage ich nach dem Weg und werde von einem zum nächsten verwiesen. Man ist zwar irritiert aber sehr hilfsbereit. Nein, ich meine nicht irgendein Kriegerdenkmal in der Stadt. Ein Hünengrab... Ein Großsteingrab... 5000 Jahre alt... Sehr imposant. Eine der Sehenswürdigkeiten von Osnabrück... Keine der anwesenden Verkäuferinnen und Verkäufer hat je von den Steinen gehört. Man spricht mehrere der Kunden an und fragt, ob sie davon was wüssten. Schließlich seien sie ja aus Haste. Nein! Eine Frau schließlich erinnert sich, dass da bei der Unterführung unter der Bundesstraße irgendwo ein Schild sei. Aber sie sei dort noch nie angehalten und in den Wald gegangen... Es ist knapp 1,3 km entfernt.

Sundermannsteine
Teufelssteine

Das Schild ist da und zeigt hinauf durch eine Art Hohlweg durch den Wald zum Grab. Man kann es von der Straße aus sehen - gewiss nicht im Vorbeifahren - aber wenn man anhält... Sprockhoff gab der Anlage die Nummer 909. 4 Decksteine liegen auf 13 Tragsteinen. Sie heißen auch Schluppstein, was heute leicht als Schlafstein(e) gedeutet wird. Schluppsteine gibt es in der Gegend um Osnabrück eine ganze Reihe. Der Name kommt aber wahrscheinlich nicht von Schlafen sondern eher von Schlüpfen, weil man unter die Steine schlüpfen konnte/kann. Etwas abseits liegt noch eine weitere Grabanlage im Waldboden versunken, die kleinen Karlsteine.

In Osnabrück startet (oder endet) die Straße der Megalithkultur, die mit 33 Stationen über 310 km ihren Weg nach Oldenburg nimmt. Die Karlsteine sind die Station 7. Auch der Hünenweg, ein Wanderweg, führt von Osnabrück aus über 208 km ins emsländische Papenburg, vorbei an einer guten Anzahl von Megalithgräbern, mit einem Abzweig von Haselünne nach Emmen in den Niederlanden. Wie schon an anderer Stelle berichtet, befinden sich die niederländischen Hünenbetten auf dem Honsruck von Emmen nach Groningen.